Verein Suhler Sternfreunde

Der Himmel im Dezember 2018 - Wirtanen, der Weihnachtskomet

02.12. Venus im maximalen Glanz, 04.12. Mond bei Venus (Morgenhimmel), 06.12. Mond bei Merkur (Morgenhimmel), 07.12. Neumond, Mars bei Neptun (Abendhimmel), 14.12. Mond bei Mars (Abendhimmel), 15.12. Mond im ersten Viertel, 21.12. Winterbeginn, Sonne im Winterpunkt, Wintersonnenwende, 22.12. Vollmond, 29.12. Mond im letzten Viertel, 01.12.-01.01. Komet Wirtanen am Winterhimmel

28.11.2018

Der Weihnachtshimmel im Dezember 2018

Der Dezemberhimmel wartet mit einigen Überraschungen für Astronomieinteressierte. Nicht nur die Nächte sind die längsten und dunkelsten des Jahres, mit etwas Glück besteht die Chance, einen Kometen mit bloßem Auge zu beobachten. Komet 46P/Wirtanen gibt sein Stelldichein am winterlichen Sternenhimmel. Entdeckt wurde dieser Schweifstern im Jahr 1948. Er stammt ursprünglich aus der Oortschen Wolke und wurde von Jupiter auf die kurzperiodische Umlaufbahn mit einer Umlaufzeit von 5,4 Jahren gezwungen. Wirtanen zieht schnell über unseren Himmel hinweg. Dabei passiert er die Sternbilder Walfisch, Eridanus, Stier, Perseus und Fuhrmann. Am 17.12. rast er in einem Abstand von nur 11,6 Millionen Kilometern an der Erde vorbei. Das entspricht ungefähr dem 30fachen Abstand Erde – Mond. Da der Komet relativ groß ist, besteht eine gute Chance, ihn mit bloßem Auge am Abendhimmel zu beobachten (siehe auch auf der Aufsuchkarte). Am 16.12. führt die Bahn des Kometen im Sternbild Stier durch das „Goldene Tor der Ekliptik“, zwischen den beiden bekannten Sternhaufen Hyaden und Plejaden hindurch. Am Heiligabend erfolgt der Vorbeizug an Kapella, wobei allerdings die Sichtbarkeit durch das helle Mondlicht getrübt wird. Egal wie hell der Komet erscheinen wird, ein Motiv für Himmelsfotografen ist er allemal.

Wirtanen in Stellarium am 11.12.18

Wirtanen in Stellarium am 11.12., rote Markierung

Die Himmelsbühne für den Kometen zeigt eindeutig auf Winter. Die markanten Herbststernbilder haben mit Ausnahme des Perseus die Mittagslinie bereits überschritten. Tief im Nordwesten findet man noch das Sternenkreuz des Schwans, auch „Kreuz des Nordens“ genannt, mit seinem hellen Stern Deneb als stillen Zeugen des vergangenen Sommers. Knapp über dem Horizont im Nordosten steht der Große Wagen. Hoch im Westen ist das Viereck des Pegasus zu erkennen, an welches sich oben links das Sternbild Andromeda anschließt, dessen Sternenkette in Zenitnähe steht. Im Zenit findet man den Perseus. Im Osten haben sich bereits die hellen glänzenden Wintersternbilder versammelt. Das Wintersechseck ist schon vollständig aufgegangen. Gegen Ende der Nacht leuchten im Süden die Frühlingssternbilder mit dem Sternentrapez des Löwen als Zeichen, dass auch der kommende Winter nicht ewig dauern wird.

Unser Zentralgestirn tritt am 18.12. in das Sternbild Schütze und am 21.12. in das Tierkreiszeichen Steinbock.
Die Tage verkürzen sich nur noch geringfügig. Am 21.12. steht die Sonne im Winterpunkt (Wintersonnenwende). Die Sonnenaufgänge verspäten sich von 07:56 Uhr am 01. auf 08:19 Uhr am 31. Die Untergänge bleiben weitgehend konstant (16:21 Uhr am 01., 16:27 Uhr am 31.).

Der sonnennahe Merkur zeigt sich im Monatsverlauf in den Morgenstunden. Am Nikolaustag geht er um 06:21 Uhr auf. Jedoch verblasst der flinke Planet ab ca. 07:00 Uhr in der zunehmenden Morgendämmerung. Zwischen dem 10. und 18.12. kann man ihn mit bloßem Auge beobachten. Am 21.12. zieht er 6 Grad nördlich am Stern Antares (Skorpion) vorbei, dabei passiert er auch Jupiter in einem nördlichen Abstand von 0°52‘.
Die Venus steht im Dezember als heller Morgenstern am Osthimmel. Am 13.12. wandert sie vom Sternbild Jungfrau in die Waage. Am 03.12. zieht nördlich die Sichel des abnehmenden Mondes an ihr vorbei.
Der rote Mars wandert durch das Sternbild Wassermann und wechselt am 21.12 in das Sternbild Fische. Er ist noch in der ersten Nachthälfte zu beobachten.
Der Riesenplanet Jupiter hat seine Konjunktion mit der Sonne hinter sich und ist ab dem Monatsende am Morgenhimmel sichtbar. Am 13.12.wechselt er vom Skorpion in den Schlangenträger.
Saturn verabschiedet sich vom Abendhimmel und wird ab dem 10.12. unbeobachtbar. Am 02.01. steht er in Konjunktion mit der Sonne.
Uranus bewegt sich rückläufig vom Widder in die Fische. Seine Untergangszeiten verschieben sich von 04:25 Uhr am 01. auf 02:24 Uhr am 31.
Neptun ist noch das Beobachtungsobjekt für den frühen Abend im Sternbild Wassermann. Die Untergangszeiten für den bläulichen Planeten verfrühen sich von 00:11 Uhr am 01. auf 22:11 Uhr am 31.

Für die Freunde der Sternschnuppen wollen wir auf die Geminiden hinweisen, welche zwischen dem 06.12. und dem 16.12. sichtbar sind. Dem Namen nach scheinen sie im Sternbild Zwillinge ihren Ursprung zu haben, weil sie zumeist in dieser Richtung zu sehen sind. Die wahre Quelle wähnt man im Planetoiden Phaeton, einem inaktiven Kometenkern. In der Nacht vom 13. zum 14.12. erreicht der Sternschnuppenstrom sein Maximum. Hier kann man mit ca. 120 Meteoren in der Stunde rechnen.

Der Verein Suhler Sternfreunde wünscht bei diesen astronomischen Aussichten eine schöne Adventszeit, ein besinnliches Weihnachtsfest und einen guten Rutsch ins neue Jahr! 

Alle Uhrzeiten sind in Mitteleuropäischer Zeit (MEZ) angegeben (MESZ +1h). Diese Zeiten stammen, soweit nicht besonders vermerkt, aus dem Kosmos Himmelsjahr von Hans-Ulrich Keller.

Uwe Lesser
Verein Suhler Sternfreunde e. V.

 

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