Verein Suhler Sternfreunde

Der Winterhimmel im Januar 2019

01.01. Mond bei Venus (Morgenhimmel), 03.01. Mond bei Jupiter, Erde in Sonnennähe, 06.01. Neumond, 12.01. Mond bei Mars (Abendhimmel), 14.01. Mond im ersten Viertel, 21.01. Vollmond, Totale Mondfinsternis, 22.01. Venus bei Jupiter (Morgenhimmel), 27.01. Mond im letzten Viertel, 31.01. Mond bei Jupiter und Venus (Morgenhimmel)

23.12.2018

Sternhimmel Januar 2019

Das neue Jahr beginnt mit einem ersten astronomischen Highlight. In den frühen Morgenstunden des 21.01. findet die nächste, in unseren Breiten sichtbare totale Mondfinsternis statt. Unsere Besucher auf dem Hoheloh erinnern sich sicherlich noch an die letzte am 27. Juli 2018. Bei bestem Wetter gab es einen glutroten Mond mit einer beeindruckenden Planetenparade vom hellen Mars direkt unterhalb des Mondes, über Saturn, Jupiter und der damals noch als Abendstern leuchtenden Venus. Diese Finsternis wird zwar nicht so spektakulär aber trotzdem nicht minder sehenswert. Um 04:34 Uhr tritt der Mond in den Kernschatten der Erde ein. Beginn der Totalität ist um 05:41 Uhr. Um 06:12 Uhr befindet sich der Mond in der Mitte seines Durchlaufs durch den Kernschatten. Das Ende der Totalität ist um 06:44 Uhr. Kurz vor dem Untergang des Mondes tritt er um 07:51 Uhr aus dem Kernschatten aus. Besucher können bei entsprechender Wetterlage gemeinsam mit den Vereinsmitgliedern und dem Leiter der Sternwarte Suhl das Spektakel auf dem Hoheloh beobachten.

Die Sonne wandert am 20.01. in das Sternbild Steinbock. Die Tage werden langsam wieder etwas länger. Die Sonnenaufgänge verfrühen sich von 08:19 Uhr zum Neujahr auf 07:56 Uhr am Monatsende. Die Untergangszeiten verspäten sich merklich von 16:29 Uhr am 01. auf 17:12 Uhr am 31.
Der sonnennächste Planet Merkur eilt unserem Zentralgestirn nach und flitzt im Verlauf des Januar durch die Sternbilder Schütze und Steinbock. Hierbei hält er sich am Taghimmel auf und ist nicht zu beobachten.
Die Venus beginnt das neue Jahr als hell strahlender Morgenstern im Südosten. Am 15.01. zieht sie am rötlichen Antares im Skorpion vorbei. Dabei nähert sie sich im weiteren Verlauf immer mehr dem Jupiter und überholt ihn am 22.01. Am 31.01. gesellt sich die Sichel des abnehmenden Mondes zwischen den beiden Planeten.
Mars ist am Abendhimmel im Westen im Sternbild Fische zu beobachten. Noch vor Mitternacht verabschiedet sich unser Nachbar von der Himmelsbühne.
Der Gasriese Jupiter ist am Morgenhimmel im Sternbild Schlangenträger zu beobachten. Wie bereits beschrieben, kommt es im Januar zur Begegnung mit der Venus und dem Mond. Aufgrund seiner schnellen Rotation erscheint der Planet im Fernrohr abgeplattet. Ein Jupitertag dauert ca.10 Stunden.
Saturn steht im Sternbild Schütze in Konjunktion zur Sonne und befindet sich am Taghimmel. Erst in den warmen Sommernächten des Jahres kann man ihn wieder beobachten.
Uranus ist als grünlicher Punkt mit dem Teleskop in der ersten Nachthälfte im Sternbild Fische zu beobachten.
Neptun befindet sich im Sternbild Wassermann und ist nur noch in den frühen Abendstunden mit entsprechender Beobachtungsoptik zu beobachten.

Der Sternhimmel zeigt zum Jahresbeginn mit den Wintersternbildern seinen fantastischen Glanz. Hoch im Süden steht das Leitsternbild des Winterhimmels, der den meisten bekannte Orion. Neben seinem hellen rechten Fußstern Rigel komplettieren die Sterne Sirius (Großer Hund), Prokyon (Kleiner Hund), Pollux (Zwillinge), Kapella (Fuhrmann) und Aldebaran (Stier) das Wintersechseck. Hoch im Zenit steht der Fuhrmann als scheinbares Fünfeck. Manche erkennen ihn als Sechseck. Der Fuhrmann steht in der Mythologie als Erbauer des Himmelswagens. Korrekterweise gehört der dem hellen Kapella gegenüberliegende Stern des Fünfecks (Alnath) nicht mehr zum Fuhrmann sondern markiert die erste Hornspitze des Stiers. Dieser glänzt neben seinem roten Auge Aldebaran mit seinen Sternhaufen Hyaden und Plejaden. Östlich des Orions glänzt der Sirius als hellster Stern des nördlichen Himmels. Etwas aufwärts leuchtet der 11 Lichtjahre entfernte Prokyon im kleinen Hund. Hoch im Osten stehen die Zwillinge mit den hellen Kopfsternen Kastor und Pollux. Auf der anderen Seite tief im Nordosten steht der mit seiner Deichsel nach unten gerichtete Große Wagen. Hoch im Nordwesten steht das bekannte Himmels-W der Kassiopeia. Im Osten bringen sich schon langsam die Frühlingssternbilder in Stellung.

Alle Uhrzeiten sind in Mitteleuropäischer Zeit (MEZ) angegeben (MESZ +1h). Diese Zeiten stammen, soweit nicht besonders vermerkt, aus dem Kosmos Himmelsjahr von Hans-Ulrich Keller.

Uwe Lesser
Verein Suhler Sternfreunde e. V.