Suhler Sternfreunde

Der Weihnachtshimmel im Dezember 2017

03.12. Vollmond, 10.12. Mond im letzten Viertel, 13.12. Mond bei Mars, 14.12. Mond bei Jupiter, 18.12. Neumond, 21.12. Wintersonnenwende, Winterbegin, 26.12. Mond im ersten Viertel

Der letzte Monat des Jahres beschert uns die kürzesten Tage und die längsten Beobachtungsnächte. Die Sonne wandert am 18.12. in das Sternbild Schütze und am 21.12. in den Steinbock. Ihre Aufgänge verspäten sich von 07:57 Uhr am 01.12. auf 08:19 Uhr am 31.12. Die Untergangszeiten verändern sich unwesentlich von 16:21 Uhr am 01. auf 16:23 Uhr am 31. Am 21.12. befindet sich unser Zentralgestirn im Winterpunkt, der Wintersonnenwende. Ganz langsam werden dann die Tage wieder länger.


Am Sternenhimmel durchschreitet zur gängigen Beobachtungszeit Perseus als letztes Herbststernbild die Mittagslinie. Alle anderen vom Herbst geprägten Konstellationen befinden sich bereits am westlichen Himmel. Das Sommerdreieck ist schon nicht mehr vollständig zu sehen. Der Stern Atair ist unter dem Horizont verschwunden. Die helle Wega steht tief im Nordwesten. Deneb im Schwan, zugleich der Kopfstern des sogenannten Kreuz des Nordens, bleibt uns erhalten. In unseren Breiten ist er zirkumpolar. Er geht nicht unter. Hoch im Südwesten, westlich vom Herbstviereck, finden wir die Sternenkette der Andromeda und die drei hellsten Sterne des Widder. Der Osten ist bereits geprägt von den hell funkelnden Wintersternbildern. Im Südosten ist der Orion, für viele das schönste Sternbild, aufgegangen. Mit ihm befinden sich nun alle Sterne des Wintersechsecks am Firmament. Fast genau über uns wacht der Fuhrmann mit dem Hauptstern Kapella. Dicht darunter steht der Stier mit dem rötlichen Aldebaran und den Hyaden im Kopf. Dicht daneben leuchtet die Sternengruppe der Plejaden.
In einer Geschichte der Onondaga-Indianer waren die Plejaden eine Gruppe Kinder, die jeden Tag an einen See gingen und dort tanzten. Eines Tages kam ein Mann in einem Federkleid vorbei und warnte sie davor, wieder ihren Eltern davonzulaufen und an den See zu gehen. Sie aber hörten nicht auf ihn, sondern trieben es extra wild, indem sie mit voller Leidenschaft um den See herumtanzten. Dabei geschah es, dass sich ihre Körper vom Boden abhoben und sie in der Luft tanzten. Ihre Eltern mussten hilflos mit ansehen, wie die Kinder immer höher und höher stiegen. Der Häuptling rief ihnen nach, und eines der Kinder schaute zu ihm herunter. Da fiel es als Sternschnuppe vom Himmel. Die anderen aber tanzten weiter und bekamen einen Platz am Himmel, wo sie auch heute noch zu sehen sind - als Plejaden.


Ab Heiligabend kann man wieder den flinken Planeten Merkur in der Morgendämmerung tief im Südosten beobachten. Der innerste Planet unseres Sonnensystems ist bis etwa zum 10.01.2018 sichtbar.
Venus bleibt im Dezember für uns unbeobachtbar.
Mars findet man als roten Punkt am Morgenhimmel. Er wandert am 21. von der Jungfrau in die Waage. Die Aufgänge unseres Nachbarn verfrühen sich nur unwesentlich von 03:51 Uhr am Monatsanfang auf 03:38 Uhr zu Silvester.
Jupiter ist ein sich lohnendes Beobachtungsobjekt am Morgenhimmel im Sternbild Waage. Die Aufgangszeiten verfrühen sich immer mehr von 05:22 Uhr auf 03:55 Uhr. Am 14.12. flutscht die abnehmende Mondsichel zwischen Mars und Jupiter hindurch.
Saturn befindet sich im Sternbild Schütze und ist leider nicht zu beobachten.
Uranus kann man in der ersten Nachthälfte im Sternbild Fische ausmachen.
Neptun ist noch am Abendhimmel im Wassermann zu finden. Seine Untergangszeiten verkürzen sich immer mehr.


Alle Uhrzeiten sind in Mitteleuropäischer Zeit (MEZ) angegeben (MESZ +1h). Die Daten stammen, soweit nicht besonders vermerkt, aus dem Kosmos Himmelsjahr von Hans-Ulrich Keller.

Uwe Lesser
Verein Suhler Sternfreunde e. V.