Verein Suhler Sternfreunde

Herbsthimmel im Oktober 2018

02.10. Mond im letzten Viertel, 09.10. Neumond, 10.10. Mond bei Jupiter, 14.10. Mond bei Saturn, 16.10. Mond im ersten Viertel, 18.10. Mond bei Mars, 24.10. Vollmond, 28.10. Ende der Sommerzeit, 31.10. Mond im ersten Viertel

03.10.2018

Sternhimmel im Oktober 2018

Nach dem außergewöhnlichen Sommer stehen nun alle Zeichen unausweichlich auf Herbst.
Am 31.10. tritt unsere Sonne in das Sternbild Waage. Ihre Aufgangszeiten verschieben sich von 06:20 Uhr am 01. auf 07:08 am 31. Die Untergangszeiten verzögern sich im Monatsverlauf von 17:59 Uhr auf 16:59 Uhr.
Der sonnennächste Planet Merkur ist aufgrund seiner Position im Oktober nicht zu beobachten. Ebenso die Venus, sie wandert am 01. in das Sternbild Waage und hat ihre Abendsternperiode beendet.
Mars ist als rötlicher Punkt im Sternbild Steinbock deutlich zu erkennen. Seine Untergänge verfrühen sich von 0:24 Uhr (01.) auf 23:57 Uhr (31.). Am 18. zieht der zunehmende Halbmond in einem Abstand von 2° nördlich am roten Planeten vorbei.
Der Gasriese Jupiter bewegt sich rechtsläufig im Sternbild Waage und schickt sich an, seine Präsenz am Himmel zu beenden. Seine Untergangszeiten verfrühen sich von 19:34 Uhr auf 17:52 Uhr, so dass er am Monatsende nicht mehr zu beobachten ist.
Der äußere beringte Nachbar Saturn steht am Abendhimmel tief im Südwesten. Auch seine Untergangszeiten verfrühen sich im Laufe des Oktobers von 21:56 Uhr auf 20:06 Uhr. Am 14. gibt es Besuch von der Sichel des zunehmenden Halbmondes.
Uranus, steht an 23./24.10. im Sternbild Widder in Opposition zur Sonne und kann die ganze Nacht beobachtet werden.
Der Neptun passiert zur Standardbeobachtungszeit den Meridian im Wassermann. Seine Untergänge verfrühen sich im Monatsverlauf von 04:15 Uhr auf 02:14 Uhr.
Am Sternenhimmel hat das Sommerdreieck die Mittagslinie passiert und steht noch hoch am westlichen Himmel. Der im Sommer auffällige helle Stern Arktur ist bereits untergegangen. Am östlichen Firmament haben die Herbststernbilder die Regie übernommen. Zu ihnen zählen Pegasus (Herbstviereck), Kassiopeia, Kepheus, Andromeda, Perseus und Walfisch als die sogenannte Andromedagruppe. Zwischen Pegasus und dem Walfisch findet man die blass erscheinende Sternenkette der Fische, welche als der Buchstabe „V“ zu erkennen ist. Der herbstliche Himmel erscheint in seiner Sternenpracht dunkler, weil die hellen Sterne, wie sie beispielsweise bei den Wintersternbildern zu finden sind, fehlen. Südlich des Herbstvierecks ist dennoch ein heller Stern ganz in Horizontnähe zu sehen, der 25 Lichtjahre entfernte Formalhaut im Südlichen Fisch. Übersetzt bedeutet es das Maul des Fisches. Im 19. Jahrhundert wurde eine Bark, eines der größten Segelschiffe der damals in Blüte stehenden Greifswalder Handelsflotte nach ihm benannt. Fast im Zenit steht das Himmels-W der Kassiopeia. Die mittlere Spitze des W zeigt grob in Richtung Polarstern und weiter gegenüber am Nordwesthorizont steht der Große Wagen. Zwischen dem Polarstern und dem Zenit findet man den Kepheus, welcher deutlich dunkler als Kassiopeia erscheint. Kepheus und Kassiopeia sind die Eltern der Andromeda. Diese schließt sich als Sternenkette der linken oberen Ecke des Herbstvierecks an. Im Nordosten zeigen sich langsam der Fuhrmann mit dem hellen Hauptstern Kapella und der Stier mit den Plejaden als Zeugen des kommenden Winters.


Alle Uhrzeiten sind in Mitteleuropäischer Zeit (MEZ) angegeben (MESZ +1h). Diese Zeiten stammen, soweit nicht besonders vermerkt, aus dem Kosmos Himmelsjahr von Hans-Ulrich Keller.

Uwe Lesser
Verein Suhler Sternfreunde e. V.