Suhler Sternfreunde

Sternhimmel im Dezember 2016

03.12. - Mond nahe Venus, 07.12. - Mond im ersten Viertel, 13.12. - Mond bedeckt Aldebaran, Max. der Geminiden, 14.12. - Vollmond, 21.12. - Wintersonnenwende, Mond im letzten Viertel, 22.12. - Mond nahe Jupiter, 29.12. - Neumond

Sternhimmel Dezember 2016

Der Dezember beschert dem Hobbyastronomen die längsten Beobachtungsnächte.
Die Aufgangszeiten der Sonne verlängern sich von 07:57 Uhr am 01.12. auf 08:12 Uhr am 15.12. bis 08:19 Uhr am 31.12. Die Untergangszeiten verändern sich von 16:21 Uhr am 01.12. auf 16:28 Uhr am 31.12.
Am 21.12. um 11:44 Uhr bewegt sich unser Zentralgestirn durch den tiefsten Punkt der Jahresbahn – die Wintersonnenwende. Die Tage beginnen wieder länger zu werden.
Der Mond befindet sich am 03.12. bei Einbruch der Dunkelheit nahe der Venus - links neben dem Mars. Vollmond ist am 14.12., Neumond am 29.12.
Die Venus wird im Laufe des Monats zunehmend zum Abendstern.
Mars bietet sich in den frühen Abendstunden als lohnendes Beobachtungsobjekt im Westen an.
Der Gasriese Jupiter wird mehr und mehr zum dominierenden Objekt am Morgenhimmel. Er wandert rechtsläufig durch das Sternbild Jungfrau und nähert sich dabei immer mehr dem Hauptstern Spika. Am 22.12. gesellt sich der abnehmende Mond in die Nähe von Jupiter.
Saturn wird am 10.12. von der Sonne eingeholt, er steht in Konjunktion zu ihr und ist somit nicht sichtbar.

Am gestirnten Himmel sind abends die Herbststernbilder schon an den westlichen Himmel gewandert. Fast im Zenit finden wir den Perseus. In der Sage rettete der Held Perseus Andromeda aus der Gefahr, indem er der Medusa den Kopf abschlug. Dafür durfte er sie zur Frau nehmen. Der Stern Algol repräsentiert das abgeschlagene Medusenhaupt, welches Perseus in der Hand hält. Ganz im Westen verabschiedet sich allmählig das Sommerdreieck aus den Sternen Atair, Deneb und Wega von uns. Ziemlich hoch im Süden finden wir den Widder. Über den Widder erzählte man sich folgende Geschichte:


„Die Stiefmutter des Prinzen Phrixos und seiner Schwester Helle forderte den Tod der Geschwister. Um sie zu retten schickte der Götterbote Hermes einen fliegenden Widder aus, der die beiden auf seinem Rücken fortbrachte. Doch zwischen der Ägäis und dem Marmarameer stürzte Helle vom Rücken des Tieres in die Fluten. Als Erinnerung daran heißt die Stelle bis heute Hellespont [griech.: Meer der Helle]. Den überlebenden Prinzen Phrixos forderte der Widder dazu auf ihm seine goldene Wolle abzunehmen. Diese wurde schließlich als Goldenes Vlies im Heiligen Hain des Ares in Kolchis aufbewahrt, bevor Jason und die Argonauten sie raubten. Aus Dank wurde der Widder am Ende unter die Sterne versetzt. Der Widder liegt westlich der Fische.“ (Quelle: Emily Russ, Sternentheater)


Der westliche Sternenhimmel erscheint dem Beobachter im letzten Monat des Jahres etwas dunkler als der östliche, weil sich im Osten langsam die glanzvollen Wintersternbilder zeigen. Das sogenannte Wintersechseck mit den Sternen Kapella (Fuhrmann), Aldebaran (Stier), Rigel (Orion), Sirius (Großer Hund), Prokyon (Kleiner Hund) und Pollux (Zwillinge) ist komplett aufgegangen. Der ca. 9 Lichtjahre entfernte Sirius ist der hellste Stern, welcher in unseren Breiten beobachtet werden kann. Das Auge des Stiers, Aldebaran, wird am 13.12. gegen 06:22 Uhr langsam vom untergehenden Mond bedeckt.


Uwe Lesser
Verein Suhler Sternfreunde e. V.