Suhler Sternfreunde

Sternhimmel im Januar 2018

02.01. Vollmond, 03.01. Erde im sonnennächsten Punkt (147 Millionen Kilometer Entfernung), 07.01. Mars bei Jupiter (Morgenhimmel), 08.01. Mond im letzen Viertel, 11.01. Mond bei Mars und Jupiter, 17.01. Neumond, 24.01. Mond im ersten Viertel, 31.01. Vollmond

Der Himmel im Januar 2018

Am 20.01. tritt die Sonne in das Sternbild Wassermann. Die Aufgangszeiten verfrühen sich von 08:19 Uhr am 01.01. auf 07:55 Uhr am 31. Die Untergangszeiten verändern sich spürbar von 16:29 Uhr am Monatsbeginn auf 17:12 Uhr zum Monatsende.
Der sonnennächste Planet Merkur ist zum Jahresbeginn morgens tief im Südosten sichtbar.
Venus bleibt im Januar ohne technische Hilfsmittel unbeobachtbar.
Mars ist ein sich lohnendes Beobachtungsobjekt am Morgenhimmel. Er wandert durch das Sternbild Waage und wechselt zum Monatsende in den Skorpion. Im Laufe des Monats nimmt dabei seine Helligkeit immer mehr zu. Am 07.01. kommt es am Morgenhimmel zu einer Begegnung mit dem Jupiter. Am 11.01. gesellt sich noch die Sichel des abnehmenden Mondes zu den hell leuchtenden Objekten hinzu.
Der Gasriese Jupiter befindet sich wie der Mars im Sternbild Waage. Die Aufgangszeiten verkürzen sich von 03:52 Uhr am 01. auf 02:17 Uhr am 31. Nach dem Mond ist Jupiter das zweithellste Objekt am Nachthimmel.
Ende 2017 war der Ringplanet Saturn aufgrund seiner Konjunktion mit der Sonne nicht zu sehen. Er bewegt sich im Sternbild Schütze. Geübte Beobachter können ihn am Morgenhimmel schon erspähen.
Der grünliche Planet Uranus ist in der ersten Nachthälfte im Sternbild Fische zu beobachten.
Neptun wandert durch das Sternbild Wassermann und befindet sich zum Jahresanfang noch am frühen Abendhimmel.
Bei den periodischen Sternschnuppenströmen sind im Januar die Quadrantiden zu erwähnen. Ihr scheinbarer Ursprung ist im Sternbild Bootes zu sehen, deshalb werden sie auch Bootiden genannt. Diese sind besonders in der zweiten Nachthälfte sichtbar. In der Nacht vom 03. zum 04. sind bis zu 100 sichtbare Objekte in der Stunde möglich.
Am Fixsternhimmel breitet sich das Band der Milchstraße von Südosten über unsere Köpfe in den Nordwesten aus. Ganz im Westen sind noch die letzten Herbststernbilder wie Pegasus, Andromeda und Fische zu sehen. Fast im Zenit über den Köpfen leuchtet der Fuhrmann mit seinem hellen Hauptstern Kapella. Das Sternbild ist als scheinbares Fünfeck leicht zu erkennen, wobei der von Kapella gegenüberliegende Stern Alnath schon zum Sternbild Stier gehört und die obere Hornspitze des Stieres markiert.
Nach Ovid hatte sich Zeus in einen Stier verwandelt, um die Prinzessin Europa zu entführen. Dabei mischte er sich mit einem besonders schönen weißen Fell unter die Herde. Europa fiel der besonders zahme Stier auf und stieg auf dessen Rücken. Da geht der Stier ins Wasser und schwimmt mit Europa über das Meer bis nach Kreta. Dort angekommen offenbart er sich und legt seine Gestalt ab. Seit dieser Zeit wird der Erdteil Europa genannt. Am Himmel erscheint der Stier nur als Kopf mit einem Teil des Rückens, weil die anderen Körperteile der Sage nach unter Wasser im Meer schwimmen.
Das Sternbild Stier wandert langsam durch den Meridian an den Westhimmel. Sein Auge, der Stern Aldebaran, befindet sich im Sternhaufen der Hyaden. Daneben ist das bekannte Siebengestirn, die Plejaden (siehe auch Dezember 2017) zu erkennen. Halbhoch in südlicher Richtung befindet sich das bekannteste Wintersternbild Orion mit den hellsten Sternen Rigel am Fuß und Beteigeuze als Schulterstern. Dazwischen sind die drei Gürtelsterne leicht auszumachen. Der von uns aus gesehen rechte Gürtelstern befindet sich auf dem Himmeläquator und hilft deshalb besonders bei der Orientierung am Himmel. Im Südosten strahlt Sirius im Großen Hund. Er ist der hellste Stern am nördlichen Himmel. Etwas höher leuchtet Prokyon im Kleinen Hund. Beide „Hundssterne“ befinden sich astronomisch gesehen mit 9 bzw. 11 Lichtjahren Entfernung in unserer unmittelbaren Nachbarschaft. Hoch im Osten steht die Sternenkette der Zwillinge mit den hellen Sternen Kastor und Pollux. Somit strahlt das große Polygon des Wintersechsecks mit den Sternen Kapella, Aldebaran, Rigel, Sirius, Prokyon und Pollux komplett am Himmel. Hoch im Nordwesten erkennt man das Himmels-W und den Großen Wagen in nordöstlicher Richtung. Im Osten gehen die Frühlingssternbilder mit dem Leitsternbild Löwe als Zeugen der kommenden Jahreszeit allmählich in Stellung.

Alle Uhrzeiten sind in Mitteleuropäischer Zeit (MEZ) angegeben (MESZ +1h). Diese Zeiten stammen, soweit nicht besonders vermerkt, aus dem Kosmos Himmelsjahr von Hans-Ulrich Keller.

Uwe Lesser
Verein Suhler Sternfreunde e. V.