Suhler Sternfreunde

Sternhimmel im Oktober 2017

05.10. Vollmond, 12.10. Mond im letzten Viertel, 18.10. Mond bei Venus, 19.10. Neumond, 27.10. Mond im ersten Viertel, 29.10. Ende der Sommerzeit


Im Oktober startet der Herbst richtig durch. Nicht nur das Wetter wird herbstlich, auch am Himmel zeigen sich die typischen Anzeichen der vorwinterlichen Jahreszeit. Die Tage verkürzen sich spürbar. Die Sonnenaufgänge verspäten sich von 06:20 Uhr am 01. auf 07:08 Uhr am 31. Die Untergangszeiten der Sonne verkürzen sich von 17:58 Uhr (01.) auf 16:58 Uhr (31.).
Der sonnenächste Planet Merkur befindet sich im Oktober am Taghimmel und ist nicht zu sehen.
Venus ist noch Morgenstern. Die Aufgangszeiten verkürzen sich allerdings von 04:01 Uhr am 01. auf 05:30 Uhr am 31. Am 09.10. wechselt Venus vom Sternbild Löwe in die Jungfrau.
Mars ist unweit der Venus am Morgenhimmel als rötlicher Punkt zu erspähen. Er wechselt 3 Tage nach der Venus vom Löwen in die Jungfrau. Am 05. kommt es zu einer Begegnung der beiden Planeten.
Jupiter ist nicht mehr am Abendhimmel zu beobachten. Er zieht seine Bahn durch das Sternbild Jungfrau und steht am 26.10. in Konjunktion mit der Sonne.
Der Ringplanet Saturn verkürzt seine Untergangszeiten von 21:12 Uhr am 01. auf 19:23 Uhr am 31. Dank der immer früheren Verdunkelung des Abendhimmels kann man ihn tief im Südwesten im Sternbild Schlangenträger ausmachen. Das phantastische Ringsystem des Gasriesen ist am 16. am stärksten in unsere Richtung geöffnet.
Uranus steht als grünlicher Punkt im Sternbild Fische und kommt am 19.10. in Opposition zur Sonne. Da das Sternbild lichtschwach ist, bestehen gute Chancen, den ebenfalls lichtschwachen Planeten mit dem Feldstecher zu erspähen.
Neptun bewegt sich rückläufig im Wassermann. Ihn kann man dort als blauen Punkt in der ersten Nachthälfte suchen.
Der Sternenhimmel präsentiert sich hoch im Südwesten mit dem Sommerdreieck. Sein heller Stern Deneb im Sternbild Schwan befindet sich fast im Zenit. Ziemlich hoch im Südosten steht Kassiopeia, das bekannte Himmels-W. In nördlicher Richtung ist tief der Große Wagen zu erkennen. Wenden wir den Blick wieder in Richtung Süden, findet man das Herbstviereck, das Sternbild Pegasus. Südlich davon befinden sich die Fische. Östlich vom Herbstviereck kann man die Sternenkette der Andromeda mit dem berühmten Andromedanebel, unsere 3 Millionen Lichtjahre entfernte Nachbargalaxie erkennen. Südlich der Andromeda leuchten markant die drei hellsten Sterne des Widders. Östlich von Andromeda steht hoch der Perseus mit dem hellen Stern Mirfak. Tief im Südosten leuchtet schwach das große Sternbild Walfisch.
Der Walfisch stellt in der Mythologie das Meeresungeheuer Cetus dar. Diesem sollte Andromeda, die Tochter des Königs Kepheus von Äthiopien, geopfert werden, weil ihre Mutter Kassiopeia damit geprahlt hat, schöner zu sein als die Nymphen. Daraufhin strafte der Meeresgott Poseidon das Land mit fürchterlichen Überschwemmungen. Um das Land zu retten, wurde Andromeda für das Meeresungeheuer einen Felsen gekettet. Perseus rettete Andromeda vor dem herannahenden Ungeheuer und nahm sie zur Frau.
Alle Uhrzeiten sind in Mitteleuropäischer Zeit (MEZ) angegeben (MESZ +1h).
Uwe Lesser
Verein Suhler Sternfreunde e. V.