Suhler Sternfreunde

Unser Himmel im April 2017

03.04. Mond im ersten Viertel, 11.04. Vollmond, 19.04. Mond im letzen Viertel, 26.04. Neumond

Sternhimmel im April 2017

Der April steht ganz im Zeichen des Jupiter. Dieser ist das Beobachtungsobjekt der kommenden Nächte schlechthin. Am 07.04. steht er in Opposition zur Sonne, d. h. er steht ihr genau gegenüber. Der Gasriese ist mit 140000 km Durchmesser der größte und schwerste Planet. Man vermutet in seinem Inneren einen Eisenkern ungefähr von der Größe der Erde. Trotz seiner großen Masse und der Größe dreht er sich dennoch schneller als alle anderen Planeten im Sonnensystem. Ein Jupitertag dauert nur rund 10 Stunden. Seine schnelle Drehung führt zu einer Abplattung, welche die Jupiterscheibe beim Blick durch ein Teleskop als ein Oval erscheinen lässt. Eine Umrundung der Sonne dauert knapp 12 Erdenjahre. In seiner Atmosphäre herrschen Winde, welche Geschwindigkeiten von 300 bis 640 km/h erreichen. Das eigentliche Phänomen bildet der bekannte Große Rote Fleck, ein riesiger Wirbelsturm, welcher seit ungefähr 150 Jahren dort tobt und eine Größe des dreieinhalbfachen Erddurchmessers besitzt.
Wie jeder Gasplanet im Sonnensystem verfügt auch der Jupiter über ein Ringsystem, welches aber nicht auffällig ist. Es wurde deshalb erst im Jahr 1979 von der NASA-Raumsonde Voyager-1 entdeckt. Aufgrund seines großen Gravitationsfeldes gilt der Planet als eine Art natürlicher Staubsauger. Dabei zieht er unerwünschte kosmische Vagabunden an, welche eventuell unserem Heimatplaneten gefährlich werden könnten. Hierbei handelt es sich um eine alte These. Ein Beispiel hierfür waren die Einschläge des Kometen Shoemaker Levy 9, welche vom 16. bis 22.07.1994 in der Jupiteratmosphäre beobachtet wurden. Neue Modelle deuten aber auch an, dass Jupiter und Saturn durch ihre Gravitation Kometen und Asteroiden auf ihrer Bahn durch das Sonnensystem so beeinflussen, dass sie diese in Richtung der inneren Planeten lenken können und somit auch zu einer Gefahr werden lassen. Hier lassen sich verschiedenste Vermutungen anstellen, ob vielleicht Jupiter der Impulsgeber für den Asteroideneinschlag auf der Erde, welcher Fluch für die Dinosaurier und Segen für die menschliche Evolution war. Auch wenn wir den Jupiter nur als hellen Punkt am Himmel wahrnehmen, ranken sich dennoch viele Thesen und Gerüchte um ihn und seinen Einfluss auf das Leben unseres Planeten.
Als Galileo Galilei im Jahr 1610 sein Teleskop auf den Gasplaneten richtete, entdeckte er seine 4 größten Begleiter, welche später als die Galileischen Monde bekannt geworden sind. Diese kann man mit einem einfachen Fernglas beobachten. Diese Monde gehören zu den mittlerweile 67 bekannten Monden des Jupiter.
Auffinden können wir den Gasriesen zur Zeit im Sternbild Jungfrau, ganz in der Nähe des Hauptsterns Spika. Er ist die ganze Nacht beobachtbar und zieht kurz nach Sonnenuntergang von Osten über den Meridian nach Westen.


Venus hat ihre Morgensternperiode bereits eingeleutet. Dabei nimmt die Helligkeit im Monatsverlauf immer mehr zu. Mit dem Teleskop ist die zuerst noch sehr schmale Sichel zu erkennen, welche im Monatslauf immer breiter wird. Am 30.04. wird die maximale Helligkeit erreicht.
Mars ist noch am Abendhimmel im Osten sichtbar. Am 12.04. wechselt der Nachbarplanet vom Widder in den Stier.
Saturn ist im Sternbild Schütze zu finden und ist in der 2. Nachthälfte zu beobachten. Seine Aufgänge verfrühen sich von 01:24 Uhr am 01.04. auf 23:23 Uhr am 30.04.
Uranus und Neptun sind aufgrund ihrer derzeitigen Positionen am Taghimmel und daher unbeobachtbar.


Der Sternenhimmel zeigt im April eindeutig auf Frühling. Über unseren Köpfen im Zenit finden wir den bekannten Großen Wagen. Der Löwe passiert in den Abendstunden mit dem Hauptstern Regulus den Meridian. Hoch im Osten ist das Sternbild Bärenhüter mit seinem hellen Stern Arktur zu finden. Einfach auszumachen ist der rötliche Stern, indem man den Bogenschwung der Deichsel des Großen Wagens verlängert. Arktur ist 36,7 Lichtjahre von uns entfernt. Seine Strahlung erwärmt uns nicht mehr wie eine Kerze in 8 Kilometer Entfernung. Dem bereits beschriebenen Bogenschwung weiter folgend befindet sich tief der helle Stern Spika in der Jungfrau. Dieser ist mit ca. 260 Lichtjahren Entfernung deutlich weiter von uns weg als Arktur. Zusammen mit Regulus bilden die beiden letzgenannten Sterne das Frühlingsdreieck. Tief im Nordosten ist bereits Wega aufgegangen und deutet schon einmal auf den kommenden Sommer.

 

Alle Zeiten sind in Mitteleuropäischer Zeit (MEZ) angegeben. 

 

Uwe Lesser
Verein Suhler Sternfreunde e. V.