Der Dezemberhimmel 2020

08.12. Mond im letzten Viertel, 12.12. Sternschnuppen Geminiden im Maximum, 13.12. Mond bei Venus (Morgenhimmel), 14.12. Neumond, 21.12. Winterbeginn (Wintersonnenwende), Jupiter nahe an Staturn (Abendhimmel), 22.12. Mond im ersten Viertel, 23.12. Mond bei Mars (Abendhimmel), 27.12. Mond bei Aldebaran (Abendhimmel), 30.12. Vollmond, 31.12. Wir wünschen allen einen guten Rutsch und ein gesundes neues Jahr 2021!

30.11.2020

Der Himmel im Dezember 2020

Die Sonne wandert am 18.12. in das Sternbild Steinbock. Am 21.12. ist Winteranfang und somit auch die Wintersonnenwende. Um 11:02 Uhr durchläuft unser Zentralgestirn den Winterpunkt. Die Sonne steht so tief wie nie am Himmel und beschert nur einen lichten Tag von ca. 8 Stunden. Im Norden des Landes ist der Tag sogar nur ca. 7 ½ Stunden lang. Ab dann werden die Tage langsam wieder länger. Die Sonnenaufgänge verspäten sich noch einmal von 07:57 Uhr am Monatsersten auf 08:19 Uhr am Silvestertag. Die Untergänge verfrühen sich von 16:21 Uhr am 01. auf 16:18 Uhr zur Monatsmitte. Am Silvestertag geht die Sonne erst um 16:28 Uhr unter.

Der flinke Planet Merkur steht am 20.12. in Konjunktion mit der Sonne. Er ist im gesamten Monat nicht zu beobachten.

Venus, noch immer Morgenstern, leuchtet immer schwächer und erreicht die südlichen Bereiche des Tierkreises. Am 17.12. wandert sie vom Sternbild Waage in den Skorpion. Ihre Aufgänge verspäten sich im Monatslauf von 05:23 Uhr auf 06:47 Uhr. Gegen Ende des Monats ist im Teleskop die fast volle Venusscheibe zu erkennen.

Die Helligkeit unseres äußeren Nachbarn Mars im Sternbild Fische verblasst ebenfalls leicht. Trotzdem ist er noch immer das auffälligste Objekt am Nachthimmel, da der ebenfalls helle Jupiter früh am Abend untergeht. Die Untergänge von Mars verfrühen sich von 03:17 Uhr am 01. auf 02:17 Uhr am 31. Am Silvestertag ist er rote Planet mit ca. 134 Millionen km von uns doppelt so weit entfernt wie am 06.10., dem Tag seiner Opposition, mit 62,1 Millionen km. Mars begleitet uns noch in der ersten Jahreshälfte des neuen Jahres am Abendhimmel. Seine Konjunktion mit der Sonne ist erst am 08.10.2021.

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Mars (heller Punkt) südlich des Pegasusquadrats am 18.11.20, Foto: Uwe Lesser

Der Gasriese Jupiter zieht sich immer mehr vom Abendhimmel zurück. Er wandert am 18.12. vom Sternbild Schütze in den Steinbock. Am 21.12. kommt es zu einer Begegnung mit dem Saturn, einer seltenen Konstellation, welche auch „große Konjunktion“ genannt wird. Hier zieht Jupiter ganz knapp südlich an Saturn vorbei. Mit dem bloßen Auge sieht das Ereignis aus wie ein besonders heller Doppelstern. An den Tagen zuvor ist diese rasche Annäherung der beiden Gasriesen eindrucksvoll zu beobachten (siehe Foto). Am 17.12. bekommen die beiden Planeten Besuch von der schmalen Mondsichel. Die nächste große Konjunktion findet erst am 31.10.2040 statt. Seine Untergänge verfrüht Jupiter noch einmal von 19:43 Uhr am 01. auf 18:19 Uhr an Silvester. Somit zieht sich der größte Planet unseres Sonnensystems vom Abendhimmel zurück. Er wird am 21.01.21 von der Sonne eingeholt und steht dann in Konjunktion mit ihr.

Der Ringplanet Saturn verabschiedet sich ebenfalls langsam von der Himmelsbühne. Er wandert am 16.12. vom Sternbild Schütze in den Steinbock. Seine Untergänge verfrühen sich von 19:55 Uhr auf 18:14 Uhr. Die „große Konjunktion“ mit Jupiter wurde bereits oben erwähnt. Die Sonne holt den Ringplaneten am 24.01.21 ein.

Der grünliche Uranus im Sternbild Widder bremst seine rückläufige Bewegung ab. Zum Stillstand kommt er Mitte Januar 2021. Seine Untergänge verfrühen sich von 05:10 Uhr auf 03:08 Uhr.

Der bläuliche Planet Neptun bewegt sich rechtsläufig im Sternbild Wassermann und ist noch am Abendhimmel mit lichtstarker Optik zu beobachten. Seine Untergänge verfrühen sich von 0:33 Uhr auf 22:33 Uhr.

Ein weiteres Himmelsspektakel bildet der Sternschnuppenstrom der Geminiden. Diese sind vom 06.12. bis zum 16.12. beobachtbar. Seinen Ausstrahlungspunkt hat der Meteorstrom in der Nähe des Sterns Kastor (Sternbild Zwillinge). In seinem Maximum in der Nacht vom 13.12. zum 14.12. sind bis zu 120 Meteore pro Stunde beobachtbar. Diese leuchten teilweise sehr hell. Ihren Ursprung führen die Geminiden auf den Planetoiden Phaeton zurück, welcher ein inaktiver Kometenkern sein dürfte.

Am Fixsternhimmel sind die Herbststernbilder bis auf den Perseus an den westlichen Himmel gerückt. Hoch im Westen steht das Pegasusquadrat, auch bekannt als das Herbstviereck. Von hier aus erstreckt sich die Sternenkette der Andromeda in Richtung Zenit. Durch den Untergang von Atair hat sich das Sommerdreieck bereits aufgelöst. Nur Wega und Deneb im Sternbild Schwan zeugen noch vom längst vergangenen Sommer, wobei Deneb in unseren Breiten zirkumpolar ist. Südlich der Andromeda stehen die Sternbilder Dreieck und Widder. Unterhalb davon befinden sich die Fische mit dem hellen Mars. Tief im Südwesten steht das lichtschwache Sternbild Walfisch mit seinem Hauptstern Fomalhaut. Hoch im Meridian steht der Perseus. Am östlichen Himmel funkeln bereits die hellen Wintersternbilder. Alle Sterne des Wintersechsecks (Aldebaran-Kapella-Pollux-Prokyon-Sirius-Rigel) sind bereits aufgegangen. In Zenitnähe befindet sich das Fünfeck des Fuhrmann mit seinem hellen Stern Kapella. Jedoch bildet der Stern gegenüber von Kapella schon die rechte Hornspitze des Stiers. Im Stier befinden sich die beiden bekannten Sternhaufen Plejaden und Hyaden. Links daneben stehen die Zwillinge und im Südosten das bekannteste Wintersternbild, der Orion. Unterhalb des Orion steht das weniger bekannte Sternbild des Hasen. Der Hase symbolisiert die Jagdtrophäe des Himmelsjägers Orion, nachdem er am Löwen gescheitert ist. Tief im Nordosten steht der Große Wagen und hoch im Nordwesten das Himmels-W der Kassiopeia. Am Morgen leuchten im Süden schon Bootes und Löwe und machen damit klar, dass auf jeden Winter auch ein Frühling folgt.

Wir wünschen allen Besuchern ein schönes Weihnachtsfest und einen guten Rutsch ins neue Jahr mit der Hoffnung auf baldige Normalität in der schwierigen Zeit! Bleiben Sie gesund!

Alle Uhrzeiten sind in Mitteleuropäischer Zeit (MEZ) angegeben (MESZ +1h). Diese Zeiten stammen, soweit nicht besonders vermerkt, aus dem Kosmos Himmelsjahr von Hans-Ulrich Keller.

Uwe Lesser
Verein Suhler Sternfreunde e. V.