Der Sommerhimmel im Juli 2020

02.07. Mond bei Antares (Abendhimmel), 04.07. Erde in Sonnenferne, 05.07. Vollmond, Mond bei Jupiter (Abendhimmel), 06.07. Mond bei Saturn (Morgenhimmel), 10.07. Venus im größten Morgenglanz, 11.07. Mond bei Mars (Abendhimmel), 13.07. Mond im letzten Viertel, 14.07. Jupiter in Opposition - Sichtbarkeit die ganze Nacht, 17.07. Mond bei Venus (Morgenhimmel), 20.07. Neumond, Saturn in Opposition - Sichtbarkeit die ganze Nacht, 27.07. Mond im ersten Viertel, 29.07. Mond bei Antares

02.07.2020

Der Juli zeigt sich für den interessierten Beobachter durchaus ereignisreich, obwohl die Nächte immer noch sehr kurz und in unseren Breiten relativ hell sind.
Die Sonne wandert am 20.07. in das Sternbild Krebs. Am 04.07. befindet sich die Erde auf ihrer Umlaufbahn in Sonnenferne. Hier beträgt die Distanz zu unserem Zentralgestirn ungefähr 152 Mio. km. Ihr Licht ist 8 Minuten und 27 Sekunden zu uns unterwegs. Nach der Sommersonnenwende im Juni werden die Tage langsam wieder kürzer. Die Sonnenaufgänge verspäten sich von 04:15 Uhr am 01. auf 04:48 Uhr am 31. Die Untergänge hingegen verfrühen sich von 20:32 Uhr auf 20:03 Uhr.

Der innere Planet Merkur ist ab dem 22.07. zum ersten Mal in diesem Jahr am Morgenhimmel kurz vor Sonnenaufgang sichtbar. Bis zum Monatsende nimmt seine Helligkeit stark zu und drängt sich als Grund zum Frühaufstehen regelrecht auf.

Unser Nachbarplanet Venus steht als Morgenstern am östlichen Himmel. Ihren größten Glanz erreicht sie bereits am 10.07. Die Aufgänge verfrühen sich im Monatslauf von 02.30 Uhr auf 01:33 Uhr.

Der rötliche Mars, im Sternbild Fische, verlagert seine Aufgänge im Laufe des Monats bis weit vor Mitternacht, von 00:00 Uhr auf 22:32 Uhr. Dabei steigt seine Helligkeit deutlich an. Am 11.07. zieht der Mond 3 Grad südlich am äußeren Nachbarn vorbei.

Jupiter befindet sich immer noch im Sternbild Schütze und erreicht am 14.07. seine Oppositionsstellung zur Sonne. Das bedeutet, dass er die ganze Nacht sichtbar ist. Seine Aufgänge verlagert er von 20:14 Uhr am Monatsersten auf 19:01 Uhr am Monatsletzten. Am 15.07. hat der Gasriese mit 614 Mio. km seine geringste Entfernung zur Erde. Im Teleskop erkennt man eine ovale Scheibe aufgrund seiner hohen Rotationsgeschwindigkeit. Schon mit einfachen Teleskopen lassen sich die Wolkenstreifen und die 4 größten Monde erkennen. Am 05.07. gibt es eine Begegnung mit dem Vollmond.

Saturn lässt sich ebenfalls im Sternbild Schütze unweit vom Jupiter beobachten. Sein Ringsystem ist mit 27 Grad weit geöffnet und bietet einen Blick auf die Nordhalbkugel. Die Aufgänge verfrühen sich von 21:28 Uhr auf 19:24 Uhr. Am 20.07. erreicht auch er seine Oppositionsstellung zur Sonne. Da er sich nahe der Ekliptik befindet, könnte man von seiner Oberfläche aus beobachten, wie die Erde über die Sonnenscheibe hinwegzieht (Erdtransit). Am 21.07. hat der Ringplanet mit 1346 Mio. km seine geringste Entfernung zur Erde.

Der Erdtransit oben links von Saturn aus gesehen - erstellt mit Redshift
Der Erdtransit oben links von Saturn aus gesehen - erstellt mit Redshift

 

Der nächste Gasplanet Uranus ist im Sternbild Widder am Morgenhimmel als grünlicher Punkt zu finden. Sein nächster Nachbar Neptun ist im Sternbild Wassermann als bläulicher Punkt mit geeigneter Beobachtungstechnik auszumachen. Seine Aufgänge verfrühen sich von 23:25 Uhr auf 21:27 Uhr.

Der Sternenhimmel steht eindeutig auf Sommer. Das Sommerdreieck, bestehend aus den Sternen Deneb (Schwan), Wega (Leier) und Atair (Adler), steht markant und unübersehbar am Himmel. Der helle Arktur im Sternbild Bootes befindet sich bereits am westlichen Himmel. Regulus (Löwe) ist bereits untergegangen und hat das Frühlingsdreieck (Arktur – Regulus – Spika) aufgelöst. Hoch im Süden steht das lichtschwächere Sternbild Herkules. Zwischen diesem und Bootes ist der Sternenbogen der Nördlichen Krone leicht zu finden. Tief im Südwesten steht die Waage, gefolgt vom Skorpion mit seinem Hauptstern Antares und anschließend dem Schützen mit den beiden hell leuchtenden Gasplaneten Jupiter und Saturn. Im Sternbild Schütze befindet sich auch das Zentrum der Milchstraße. Hoch im Westen steht der Große Wagen, dessen äußere Kastensterne in Richtung des Polarsterns zeigen. Ihm gegenüber im Nordosten steht Kassiopeia, das Himmels-W.

Alle Uhrzeiten sind in Mitteleuropäischer Zeit (MEZ) angegeben (MESZ +1h). Diese Zeiten stammen, soweit nicht besonders vermerkt, aus dem Kosmos Himmelsjahr von Hans-Ulrich Keller.

Uwe Lesser
Verein Suhler Sternfreunde e. V.