Der Sternhimmel im April 2020

01.04. Mond im ersten Viertel, Mars bei Saturn (Morgenhimmel), 04.04. Mond bei Regulus (Abendhimmel), 08.04. Vollmond, 10.04. Karfreitag, 12.04. Ostersonntag, 13.04. Ostermontag, 14.04. Mond im letzten Viertel, 15.04. Mond bei Jupiter und Saturn (Morgenhimmel), 16.04. Mond bei Mars (Morgenhimmel), 23.04. Neumond, 28.04. Venus im größten Glanz (Abendstern), 30.04. Mond im ersten Viertel

01.04.2020

Der Osterhimmel im April 2020

Trotz aller Maßnahmen und Beschränkungen, bei denen uns die aktuelle medizinische Situation ständig in Atem hält, bleibt vielleicht etwas Zeit zum Entspannen mit einem Blick an den Himmel. Auch wenn wir in der Sternwarte für Fragen nicht direkt zur Verfügung stehen können, wollen wir dennoch auf die astronomischen Highlights hinweisen, welche mit dem Auge oder einfachen Mitteln beobachtbar sind. Unter den bekannten Kontaktdaten versuchen wir trotzdem, aufkommende Fragen zu beantworten. Wenn das eigensinnige Aprilwetter es doch gut mit uns meint, gibt es einiges Sehenswertes am Himmel.

Am 18.04. wandert die Sonne in das Sternbild Widder. Ihre Aufgänge verfrühen sich weiter von 05:56 Uhr am 01. auf 04:58 Uhr am 30. Ihre Untergänge verspäten sich von 18:52 Uhr am Monatsanfang auf 19:38 Uhr am Monatsende. Somit wird der lichte Tag noch einmal um ca. 90 Minuten länger als im Vormonat.

Der Benjamin unter dem Planeten im Sonnensystem, Merkur, ist im April leider unbeobachtbar.

Unser innerer Nachbar Venus leuchtet hingegen unübersehbar als „Abendstern“ im Sternbild Stier am westlichen Himmel. Dabei erreicht der heiße Planet am 28. seinen größten Glanz. Am 08.04. zieht Venus am südlichen Rand der Plejaden vorbei und bietet sich hier als sehenswerte Konstellation mit dem Feldstecher an. Mit einem Teleskop bzw. einem guten Fernglas kann die Sichel des Planeten bewundert werden. Die Untergangszeiten sind im Monatsverlauf wenig verändert. Am 01. verschwindet der Abendstern um 23:26 Uhr hinter dem Horizont. Zur Monatsmitte geht sie um 23:43 Uhr und am Monatsende um 23:34 Uhr unter.

Der äußere Nachbar Mars hat seinen Auftritt in der zweiten Nachthälfte im Sternbild Steinbock. Dabei zeigt er sich im Laufe des Monats bis zu einer Stunde länger und auch immer heller. Die Aufgänge verfrühen sich von 03:38 Uhr auf 02:38 Uhr. Am 16. wandert der abnehmende Mond südlich am roten Planeten vorbei.

Ebenso wie Mars ist auch Jupiter (Sternbild Schütze) in der zweiten Nachthälfte zu bewundern. Seine Aufgänge verfrühen sich von 03:12 Uhr (01.) auf 01:26 Uhr (30.). Auch seine Helligkeit nimmt immer weiter zu. Am 15.04. zieht der abnehmende Mond südlich am größten Planeten unseres Sonnensystems vorbei.

Der Ringplanet Saturn ist wie der Mars im Sternbild Steinbock zu finden. Auch seine Aufgänge verfrühen sich von 03:31 Uhr auf 01:41 Uhr. Er vervollständigt die Planetenparade mit Mars und Jupiter am frühen östlichen Morgenhimmel. Dabei leuchtet Jupiter am hellsten. Saturn und Mars sind leicht an der Farbe zu unterscheiden. Zwischen dem 14. und 16. gesellt sich noch die Mondsichel hinzu und bietet für Astrofans den wohl schönsten Anblick des Monats.

Uranus und Neptun stehen im Sternbild Widder am Taghimmel und können nicht beobachtet werden.

Der Sternhimmel steht jetzt voll auf Frühling. Hoch im Süden thront mit dem Löwen das Leitsternbild der jungen Jahreszeit. Sein heller Hauptstern Regulus markiert die Sonnenbahn, die Ekliptik. Hier laufen gelegentlich die Planeten vorbei. Ab und zu wird der Stern auch vom Mond oder der Sonne bedeckt. Regulus hat mit Nikolaus Kopernikus einen berühmten Namensgeber und bedeutet „Kleiner König“.
Fast im Zenit steht über unseren Köpfen der bekannte Große Wagen. Seinem Deichselschwung folgend, findet man den hellen Stern Arktur in 37 Lichtjahren Entfernung. Arktur bedeutet der Bärenhüter, welcher den Großen Bären um den Himmelspol treibt und den Kleinen Bären bewacht. Dem beschriebenen Deichselschwung weiter folgend, gelangt man zum nächsten hellen Stern Spika (260 Lichtjahre Entfernung) im Sternbild Jungfrau als Zeichen der Fruchtbarkeit. Somit steht das Frühlingsdreieck, bestehend aus den Sternen Regulus, Arktur und Spika vollständig am Himmel (siehe Bild als Aufsuchkarte).

Die strahlenden Wintersternbilder im Osten haben dem Frühling somit Platz gemacht. Orion geht bereits unter. Die Zwillinge und der Kleine Hund erinnern noch an den letzten Winter. Im Osten stehen neben dem Sternbild Bootes (Arktur) die lichtschwache Nördliche Krone, gefolgt vom Helden Herkules. Danach zeigt sich schon die helle Wega im Sternbild Leier als Vorbote für die kommende heiße Jahreszeit. Tief im Norden leuchtet Kassiopeia, das berühmte Himmels-W. Auf der anderen Seite, tief im Süden, schlängelt sich die Wasserschlange mit dem Becher entlang der Horizontlinie. Darüber ist das Sterntrapez des Raben zu erkennen.

Mit dem kleinen astronomischen Ausblick für den April wünschen wir Ihnen eine schöne Osterzeit! Bleiben Sie gesund!

Alle Uhrzeiten sind in Mitteleuropäischer Zeit (MEZ) angegeben (MESZ +1h). Diese Zeiten stammen, soweit nicht besonders vermerkt, aus dem Kosmos Himmelsjahr von Hans-Ulrich Keller.

Uwe Lesser
Verein Suhler Sternfreunde e. V.