Der Himmel im Januar 2021 mit einem kleinen Jahresausblick

02.01. Erde in Sonnennähe, 06.01. Mond im letzten Viertel, 13.01. Neumond, 20.01. Mond im ersten Viertel, 21.01. Mond bei Mars, 24.01. gute Abendsichtbarkeit von Merkur, 28.01. Vollmond, Wir wünschen allen Besuchern unserer Seite ein gesundes neues Jahr 2021!

02.01.2021

Der Himmel im Januar 2021
Mit dem Januar 2021 beginnt auch ein neues Jahrzehnt, denn das Abzählen beginnt stets mit der 1 und nicht mit der 0. Jahrzehnte enden immer erst mit den vollen Zehnern und beginnen mit den Einer-Jahren.

Wie zu Beginn eines jeden Jahres leuchtet um Mitternacht mit Sirius der hellste Stern am nördlichen Himmel im Süden.

Die Sonne wandert am 19.01. in das Sternbild Steinbock. Die Aufgänge verfrühen sich von 08:19 Uhr am Jahresbeginn auf 07:55 Uhr am Monatsende. Ihre Untergänge verlagert die Sonne im Monatslauf von 16:29 Uhr auf 17:13 Uhr. Somit verlängert sich der lichte Tag um mehr als eine Stunde. Am 02.01. befindet sich die Erde mit einer Entfernung von ca. 147 Millionen Kilometern in Sonnennähe.

Der flinke Merkur ist von Monatsmitte an bis Ende Januar am Abend im Südwesten zu beobachten. Am 24.01. erreicht der Benjamin unseres Planetensystems seine größte östliche Elongation von der Sonne und bietet somit die beste Abendsichtbarkeit. Bereits am 11.01. zieht Merkur an Jupiter vorbei. Dieses Ereignis ist jedoch nur mit geeigneter Optik beobachtbar.

Unser Nachbar Venus beginnt das Jahr als Morgenstern, leuchtet aber nicht mehr so auffällig wie im letzten Herbst. Ihre Aufgänge verspäten sich im Laufe des Januars von 06:49 Uhr auf 07:25 Uhr. Zum Monatsende ist Venus für das bloße Auge nicht mehr auszumachen.

Unser äußerer Nachbar Mars ist der einzige problemlos beobachtbare Planet am Januarhimmel. Er wandert am 07.01. vom Sternbild Fische in den Widder und ist das Beobachtungsobjekt der ersten Nachthälfte. Seine Helligkeit nimmt leicht ab, so dass ihm Merkur in den letzten Januartagen an Glanz in nichts nachsteht. Die Entfernung zur Erde beträgt im Januar ca. 134 Mio. km. Am 21.01. kommt es zu einer Begegnung mit dem Uranus. Dabei zieht Mars in einem Abstand von 1°43‘ nördlich am grünlich leuchtenden Planeten vorbei. Dieses Ereignis lässt sich schon mit einem guten Fernglas bei klarer Nacht beobachten.

Nachdem Jupiter und Saturn im letzten Monat mit ihrem engen Aufeinandertreffen eindrucksvoll auf sich aufmerksam gemacht haben, ziehen diese sich nun vom Abendhimmel zurück. Anfang des Jahres kann Jupiter noch tief im Südwesten in der Abenddämmerung gesehen werden. Am 24.01. wird Saturn und am 29.01. dann auch Jupiter von der Sonne eingeholt. Beide Gasplaneten stehen dann mit unserem Zentralgestirn im Sternbild Steinbock am Taghimmel.

Uranus kommt am 14.01. im Sternbild Widder zum Stillstand und beendet damit seine Oppositionsperiode. Seine Untergänge verfrühen sich von 03:04 Uhr auf 01:07 Uhr. Am 21.01. kommt es zu der bereits erwähnten Begegnung mit dem Mars.

Neptun, im Sternbild Wassermann, verabschiedet sich vom Abendhimmel und ist ab Monatsmitte nicht mehr zu beobachten.

Am Sternenhimmel steht das Leitsternbild des Winters, Orion (Foto), halbhoch im Süden. Orion gilt mit seinen drei Gürtelsternen und den hellen Sternen Beteigeuze und Rigel als eines der schönsten Sternbilder am Himmel. Der rechte von den drei Gürtelsternen markiert den Himmelsäquator. Im Südosten leuchtet Sirius im Großen Hund. Er ist der hellste Stern am nördlichen Himmel und ist 9 Lichtjahre von uns entfernt. Etwas höher leuchtet der 11 Lichtjahre entfernte Prokyon im Kleinen Hund. Die beiden hellen Hundssterne gehören somit zu unserer kosmischen Nachbarschaft und werden je von einem weißen Zwerg umrundet. Hoch im Osten stehen die Zwillinge mit ihren Kopfsternen Kastor und Pollux. Über unseren Köpfen in Zenitnähe befindet sich Kapella im Fuhrmann. Den Fuhrmann markiert ein Sternenfünfeck. Gegenüber von Kapella steht der Stern Al Nath, welcher bereits eine Hornspitze des Sternbildes Stier mit seinem 66 Lichtjahre entfernten Hauptstern Aldebaran markiert. Der Stier steht hoch im Süden. Der rötliche Aldebaran befindet sich in den Hyaden. Tatsächlich aber gehört Aldebaran nicht zum Sternenhaufen, weil diese doppelt so weit entfernt sind. Nicht weniger bekannt sind die bläulich leuchtenden Plejaden, ein weiterer Sternenhaufen im Stier. Somit ist das große Sternenpolygon des Wintersechsecks, bestehend aus den Sternen Rigel, Sirius, Prokyon, Pollux, Kapella und Aldebaran komplett. Im Nordosten steht der Große Wagen auf seiner Deichsel, im Nordwesten erstrahlt mit dem Sternbild Kassiopeia das berühmte Himmels-W. Vor Sonnenaufgang steht im Osten bereits das Sommerdreieck als unwiederbringliches Zeichen, dass auch dieser Winter einmal ein Ende hat und damit auch Licht und Wärme zurückkehren.

Das Jahr 2021 läuft bezüglich der astronomischen Highlights am Himmel etwas ruhiger ab als das vergangene Jahr. Am 10. Juni kann eine ringförmige Sonnenfinsternis über dem Nordpolargebiet in ihren partiellen Phasen von Mitteleuropa aus beobachtet werden. Merkur ist Ende Januar und Mitte Mai am Abendhimmel über dem Westhorizont zu sehen. Ende Oktober bis Anfang November ist der innerste Planet unseres Sonnensystems in der Morgendämmerung am Osthimmel zu bestaunen. Venus beendet zu Jahresbeginn ihre Morgensternperiode. Ab Mai erscheint sie als Abendstern am Westhimmel und bleibt es auch bis Jahresende. Mars kann bis Mai in der ersten Nachthälfte bewundert werden. Mitte Dezember erscheint er dann am Morgenhimmel. Jupiter zeigt sich ab Mitte März am Morgenhimmel und steht am 20. August in Opposition zur Sonne. Bis Jahresende bleibt er am Himmel vertreten. Der Ringplanet Saturn erscheint Ende März am Morgenhimmel und steht am 02. August in Opposition zur Sonne. Danach leuchtet auch er noch bis Jahresende am Firmament. Natürlich besteht noch die Hoffnung auf das eine oder andere Überraschungsereignis. Lassen wir es einfach auf uns zukommen mit der Hoffnung auf ein besseres und vor allem gesundes Jahr.

Alle Uhrzeiten sind in Mitteleuropäischer Zeit (MEZ) angegeben (MESZ +1h). Diese Zeiten stammen, soweit nicht besonders vermerkt, aus dem Kosmos Himmelsjahr von Hans-Ulrich Keller.

Uwe Lesser
Verein Suhler Sternfreunde e. V.