Der Sternenhimmel im Dezember 2021

04.12. Neumond, Venus im maximalen Glanz (Abendhimmel), 07.12. Mond bei Venus, 11.12. Mond im ersten Viertel, 13./14.12. Geminiden Maximum, 19.12. Vollmond, 21.12. Winterbeginn, Sonne im tiefsten Punkt der Jahresbahn, Wintersonnenwende, 27.12. Mond im letzten Viertel

01.12.2021

Die Sonne wandert am 18.12. in das Sternbild Schütze. Zum Winterbeginn, am 21.12. um 16:59 Uhr erreicht sie ihren tiefsten Punkt der Jahresbahn. Man spricht hier von der Wintersonnenwende. Von da werden die Tage langsam wieder länger. Das bedeutet, dass am 21.12. die längste Nacht des Jahres zu erleben ist. Die Sonnenaufgänge verspäten sich noch einmal von 07:57 Uhr am Monatsanfang auf 08:19 Uhr zu Silvester. Zum Monatsbeginn geht die Sonne um 16:21 Uhr unter. Zur Monatsmitte erreicht sie um 16:18 Uhr ihre früheste Untergangszeit. Am letzten Tag des Jahres verschwindet unser Zentralgestirn erst um 16:28 Uhr hinter dem Horizont.

Der Mond passiert am 17.12. das „Goldene Tor der Ekliptik“. Hier wandert er zwischen den beiden Sternhaufen im Stier, den Plejaden und den Hyaden, hindurch.

Der flinke Planet Merkur zeigt sich erst zum Jahresende tief im Südwesten in der Abenddämmerung.

Venus steht als Abendstern am 04.12. im maximalen Glanz. Ihre Untergänge verfrühen sich im Monatslauf spürbar von 19:01 Uhr (01.) auf 17:48 Uhr (31.). Im Teleskop ist unser innerer Nachbar als abnehmende Venussichel zu erkennen.

Mars bewegt sich rechtsläufig im Sternbild Waage, wandert am 15.12. in den Skorpion und an Heiligabend in das Sternbild Schlangenträger. Für erfahrene Beobachter ist der rote Planet ab Monatsmitte frühmorgens tief im Südosten mit dem Fernglas beobachtbar.

Jupiter wandert rechtsläufig durch den Steinbock und passiert am 15. die Grenze zum Wassermann. Der größte Planet unseres Sonnensystems ist noch markant am Abendhimmel zu beobachten. Seine Untergänge verfrühen sich im Monatslauf von 22:23 Uhr auf 20:54 Uhr. Zum Jahresende ist die Erde 833 Millionen Kilometer vom Gasriesen entfernt. Das Licht des Jupiter ist bereits 46 Minuten alt, wenn es bei uns ankommt.

Der Ringplanet Saturn zieht ebenfalls rechtsläufig seine Bahn im Sternbild Steinbock und kann am frühen Abendhimmel beobachtet werden. Da er von der Erde aus gesehen dem Jupiter voraus ist, verfrühen sich die Untergänge von 20:52 Uhr auf 19:10 Uhr. Dennoch bietet sich Saturn mit seinem noch weit geöffneten Ringsystem als lohnendes Beobachtungsobjekt an.

Der grünlich leuchtende Uranus ist in dunklen Nächten gut mit dem Fernglas im Sternbild Widder auszumachen. Den größten Teil der Nacht kann der Gasplanet beobachtet werden. Die Untergänge verfrühen sich von 05:35 Uhr auf 03:33 Uhr.

Der planetare Außenposten Neptun ist für erfahrene Beobachter im Wassermann zu finden. Seine Untergänge verschieben sich von 0:47 Uhr auf 22:46 Uhr.

Für offene Wünsche hat der Dezember mit den Geminiden den stärksten Meteorstrom des Jahres zu bieten. In der Nacht vom 13. zum 14.12. sind bis zu 150 teils sehr helle Meteore in einer Stunde möglich. Wie der Name es bereits andeutet, haben die Geminiden ihren Ursprung im Sternbild Zwillinge.

Am Sternenhimmel sind die Herbststernbilder, bestehend aus Pegasus, Widder, Wassermann, Fische, in den Westen gewandert. Im Osten haben sich die brillant leuchtenden Wintersternbilder versammelt. Tief im Westen zeugen noch die Sternbilder Leier und Schwan vom vergangenen Sommer. Deren Hauptsterne Wega und Deneb bilden die oberen Sterne des großen Sommerdreiecks. Unterhalb vom Sternbild Schwan befindet sich das kleine aber noch hell leuchtende Sternbild des Delfin.
In der antiken Sage schickte der Meeresgott Poseidon den Delfin aus, um Amphitrite, eine der Nymphen (Plejaden) für sich zu gewinnen. Diese hatte Poseidon zuvor abgewiesen. Der Delfin konnte sie jedoch überzeugen, mitzukommen.
Die Plejaden sind ein kleiner Sternhaufen im Wintersternbild Stier (Foto). Links der Plejaden befinden sich die Hyaden, ein weiterer Sternhaufen im Kopf des Stiers mit dem rötlich leuchtenden Hauptstern Aldebaran.

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Plejaden und Hyaden im Sternbild Stier, Foto: Uwe Lesser

Südlich des Stiers befindet sich der bekannte Orion mit seinen drei Gürtelsternen und dem Orionnebel. Östlich von Stier und Orion stehen die Zwillinge mit ihren Kopfsternen Kastor und Pollux. Kastor ist 52 Lichtjahre von uns entfernt und besteht aus 6 Sonnen. Der 34 Lichtjahre entfernte Pollux ist ein orangefarbener Riesenstern. Unterhalb der Zwillinge befinden sich der Kleine Hund mit Prokyon und der Große Hund mit Sirius, dem hellsten Stern am nördlichen Himmel. Wer die langen kalten Winternächte nicht so mag, dem machen in der Morgendämmerung die im Nordosten wieder höher steigenden Sterne Wega und Deneb klar, dass die Tage in Bälde wieder länger und wärmer werden.

Mit diesem kleinen Ausblick wünschen wir Ihnen ein frohes Weihnachtsfest und einen guten Rutsch ins neue Jahr, in der Hoffnung, sie bald wieder ohne Beschränkungen in der Sternwarte Suhl begrüßen zu dürfen!

Alle Uhrzeiten sind in Mitteleuropäischer Zeit (MEZ) angegeben (MESZ +1h). Diese Zeiten stammen, soweit nicht besonders vermerkt, aus dem Kosmos Himmelsjahr von Hans-Ulrich Keller.

Uwe Lesser
Verein Suhler Sternfreunde e. V.