Der Sternenhimmel im November 2021

04.11. Neumond, 08.11. Mond bei Venus (Abendhimmel), 10.11. Mond bei Saturn (Abendhimmel), 11.11. Mond im ersten Viertel, Mond bei Jupiter (Abendhimmel), 19.11. Vollmond, 27.11. Mond im letzten Viertel

31.10.2021

Nach der Zeitumstellung am 31.10. erscheinen die Tage noch kürzer als Ende Oktober. Und der November knabbert auch noch ca. 1,5 Stunden Helligkeit ab. So deuten die Himmelszeichen eindeutig in Richtung Winter.

Die Sonne wandert am 23.11. in das Sternbild Skorpion und am 29.11. in den Schlangenträger. Die Sonnenaufgänge verspäten sich von 07:10 Uhr am 01. auf 07:56 Uhr am 31. Die Untergänge verfrühen sich im Monatslauf noch einmal von 16:57 Uhr auf 16:22 Uhr.

Der Benjamin unter den Planeten, der flinke Merkur, ist noch in der ersten Novemberwoche am Morgenhimmel über dem östlichen Horizont sichtbar. Danach bleibt er vorerst unseren Augen verborgen.

Venus leuchtet abends unübersehbar hell im Westen. Ihre Untergänge bleiben bei ca. 19:00 Uhr nahezu konstant. Jedoch nimmt die Helligkeit noch etwas zu, so dass unser innerer Nachbar seiner Rolle als Abendstern absolut gerecht wird. Venus bildet zusammen mit Saturn und Jupiter am Abendhimmel eine kleine aber eindrucksvolle Planetenparade. Diese klappert in der zweiten Novemberwoche der zunehmende Mond ab. Am 08. besucht er die Venus, am 10. den Saturn und am 11. Jupiter.

Der rötliche Mars wandert am 11.11. vom Sternbild Jungfrau in die Waage. Im Oktober stand der Kriegsgott in Konjunktion mit der Sonne und ist im November noch nicht zu beobachten.

Jupiter steht im Sternbild Steinbock auffällig hell am Abendhimmel, beschleunigt aber seine rechtsläufige Wanderung. Seine Untergänge verkürzen sich drastisch von 0:09 Uhr am Monatsersten auf 22:27 Uhr am Monatsende.

Saturn bewegt sich ebenfalls rechtsläufig im Sternbild Steinbock und leuchtet deutlich geringer als sein weiter links stehender Nachbar Jupiter. Seine Untergänge verkürzen sich im Laufe des November von 22:40 Uhr auf 20:55 Uhr.

Der grünliche Gasplanet Uranus, zu finden im Sternbild Widder, steht am 05.11. in Opposition zur Sonne und ist somit die ganze Nacht zu beobachten. Für geübte Beobachter reicht zum Auffinden in recht dunklen Nächten ein einfacher Feldstecher.

Der planetare Außenposten Neptun, im Sternbild Wassermann, ist am Abendhimmel mit lichtstarker Optik beobachtbar. Seine Untergänge verfrühen sich von 2:46 Uhr auf 0:51 Uhr. Gegen Monatsende, bei zunehmender Mondstille, herrschen bei dunklem Himmel während seines Meridiandurchgangs gute Beobachtungsbedingungen.

Am Sternenhimmel verabschiedet sich im Westen das große Sommerdreieck langsam vom Abendhimmel. Zuerst verschwindet Atair hinter dem Horizont, dann auch Wega. Deneb bleibt in unseren Breiten zirkumpolar. Der Pegasus hat mit seinem Herbstviereck den Meridian bereits durchschritten. Die Sternenkette der Andromeda mit dem Andromedanebel (Foto) passiert zur Standardbeobachtungszeit gerade die Mittagslinie.

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Sternbild Andromeda mit dem Andromedanebel, Foto: Uwe Lesser

Darunter ist das lichtschwache Sternen-V der Fische zu erkennen. In Zenitnähe über unseren Köpfen steht das Himmels-W der Kassiopeia. Im Osten haben sich die Wintersternbilder Fuhrmann, Perseus, Stier, Orion und die Zwillinge postiert.
Für das Volk der Samen in Nordskandinavien stehen mit dem Fuhrmann, dem Perseus und der Kassiopeia keine drei Figuren am Himmel sondern mit Sarva, dem Elch, eine große. Dabei bildet Perseus den Kopf, die Brust und die Vorderläufe. Der rechte Teil des Fuhrmanns und das obere Stierhorn bilden die Hinterbeine. In Kassiopeia werden die Elchschaufeln gesehen. Der Elch wird bei den Samen von zwei Jägern verfolgt, den bei uns bekannten Zwillingen. Dennoch bleibt dem Elch das Glück hold, weil er nie von seinen Jägern eingeholt wird.
Die Wintersternbilder wandern bis zum Morgengrauen in den Westen. Hier zeigen sich dann im Osten mit Löwe, Bootes und Jungfrau die Boten des kommenden Frühlings.

Alle Uhrzeiten sind in Mitteleuropäischer Zeit (MEZ) angegeben (MESZ +1h). Diese Zeiten stammen, soweit nicht besonders vermerkt, aus dem Kosmos Himmelsjahr von Hans-Ulrich Keller.

Uwe Lesser
Verein Suhler Sternfreunde e. V.