Der Sternenhimmel im Januar 2022

02.01. Neumond, 04.01. Mond bei Saturn, Erde in Sonnenähe, 09.01. Mond im ersten Viertel, 18.01. Vollmond, 25.01. Mond im letzten Viertel, 29.01. Mond bei Mars

02.01.2022

Die Sonne wandert am 20.01. in das Sternbild Schütze. Ihre Aufgänge verfrühen sich von 08:19 Uhr am Jahresbeginn auf 07:55 Uhr am Monatsende. Die Untergänge verzögern sich im Monatslauf von 16:29 Uhr auf 17:12 Uhr. Zum Ende des Monats ist der lichte Tag um ca. 1 Stunde länger.

Der innere Planet Merkur bietet zum Jahresbeginn in den Abendstunden am westlichen Horizont Beobachtungsmöglichkeiten. Bis zum 13.01. ist der flinke Benjamin der Planeten in unserem Sonnensystem beobachtbar.

Venus wechselt im neuen Jahr ihre Rolle vom Abendstern zum Morgenstern. Bis zum 05.01. ist unser innerer Nachbar noch tief am westlichen Abendhimmel zu erkennen. Ab Monatsmitte kann man sie schon in den Morgenstunden am östlichen Horizont erspähen. Am 13.01. geht Venus um 07:18 Uhr auf. Zum Monatsende klettert sie bereits um 05:42 Uhr dem Himmel empor. Dabei wird sie zunehmend heller.

Mars wandert am 19.01. vom Sternbild Schlangenträger in den Schützen. Unter günstigen Bedingungen kann man den roten Planeten am Morgenhimmel beobachten.

Jupiter kann noch am frühen Abendhimmel im Westen im Sternbild Wassermann aufgrund seiner Helligkeit leicht erkannt werden. Seine Untergänge verfrühen sich im Monatslauf von 20:51 Uhr auf 19:29 Uhr.

Der Ringplanet Saturn gibt im Januar für diesen Zyklus seine Abschiedsvorstellung und setzt seine Wanderung durch das Sternbild Steinbock fort. So kann er nur noch in der ersten Monatshälfte tief im Westen beobachtet werden. Ende März taucht er dann am Morgenhimmel wieder auf.

Der grünlich leuchtende Uranus ist nur noch in der ersten Nachthälfte mit geeigneter Optik im Sternbild Widder zu erspähen. Seine Untergänge verfrühen sich im Laufe des ersten Monats von 03:29 Uhr auf 01:30 Uhr.

Sein äußerer Nachbar Neptun bewegt sich rechtsläufig im Sternbild Wassermann und zieht sich ebenfalls langsam vom Abendhimmel zurück. Seine Untergänge verlagern sich von 22:42 Uhr auf 20:49 Uhr. Mit einer Entfernung von 4524 Millionen Kilometern benötigt sein Licht 4 Stunden und 11 Minuten bis zu uns.

Am Sternenhimmel beherrschen die hellen und glanzvollen Wintersternbilder das Szenario. Über unseren Köpfen im Zenit befindet sich das Sternenfünfeck des Fuhrmann mit seinem hellen Hauptstern Kapella. Dem gegenüber steht der Stern Alnath, welcher tatsächlich schon zum Sternbild Stier gehört und eine der beiden Hornspitzen markiert. In dessen Kopf befindet sich der Sternhaufen der Hyaden. Zu diesem gehört der rötlich glänzende Hauptstern Aldebaran, welcher in einer Entfernung von 66 Lichtjahren leuchtet und ein Auge des Stieres markiert. Neben den Hyaden glänzen mit den Plejaden, dem Siebengestirn, der zweite bekannte Sternhaufen. Etwas tiefer im Süden befindet sich das bekannteste Sternbild des Winterhimmels, der Orion (Foto). Dieser glänzt mit seinen beiden hellen Sternen Beteigeuze und Rigel. In der Mitte des Trapezes sind die drei Gürtelsterne des Himmelsjägers zu erkennen. Der rechte dieser Sterne bezeichnet annähernd den Himmelsäquator. Unterhalb der dieser Gürtelsterne befindet sich der bekannte Orionnebel, ein Gebiet, in welchem neue Sterne entstehen. Genau zu Füßen des Orion befindet sich das weniger bekannte und etwas dunklere Sternbild des Hasen. Links neben dem Hasen steht der Große Hund mit seinem ca. 9 Lichtjahre von uns entfernten Hauptstern Sirius, dem hellsten Stern der nördlichen Hemisphäre. Links oberhalb des Großen Hundes leuchtet der Kleine Hund mit seinem ca.11 Lichtjahre entfernten Hauptstern Prokyon. Sirius und Prokyon gehören sprichwörtlich zu unserer kosmischen Nachbarschaft. Weiter oben reiht sich die Sternenkette der Zwillinge mit den beiden Kopfsternen Kastor und Pollux aneinander. Somit ist das Polygon des bekannten Wintersechsecks aus den Sternen Kapella, Aldebaran, Rigel, Sirius, Prokyon und Pollux komplett. Im Osten gehen langsam die Frühlingssternbilder in Stellung, allen voran, der Löwe. In den Morgenstunden zeugen die beiden Sommersternbilder Leier mit der hellen Wega und Schwan mit Deneb davon, dass auch die kalte Jahreszeit bald ein Ende hat.

Wir wünschen allen Lesern und Besuchern der Sternwarte ein glückliches und vor allem gesundes neues Jahr!

Alle Uhrzeiten sind in Mitteleuropäischer Zeit (MEZ) angegeben (MESZ +1h). Diese Zeiten stammen, soweit nicht besonders vermerkt, aus dem Kosmos Himmelsjahr von Hans-Ulrich Keller.

Uwe Lesser
Verein Suhler Sternfreunde e. V.